Ein neues Projekt

Nachdem meine Briten langsam aber sicher ihrer Fertigstellung entgegengehen, wird es wieder Zeit für ein neues Ziel.

In der Tabletopwelt läuft seit gestern das neue Projekt 500 und trotz meiner bisherigen Erfahrungen, werde auch ich wieder daran teilnehmen. Als Armee habe ich mir diesmal die Mantic-Untoten herausgesucht und natürlich gibt es auch einen entsprechenden Tilte für das Projekt:

Der Rote Schatten

Wer sich ein wenig einstimmen möchte, hat hier Gelegenheit dazu:

Die dritte Stunde des neuen Tages brach ebenso still und leise an wie die zweite verstrichen war. 60 ereignislose Minuten waren vorbeigegangen und 60 weitere lagen vor ihnen. Erst mit Beginn der vierten Stunde würde die Wacht enden und man würde ihnen gestatten die klirrende Kälte der sternklaren Nacht mit einigen kostbaren Stunden Schlaf aus ihren Knochen zu vertreiben. 60 weitere Minuten, die sich endlos hinzuziehen schienen, während der Frost von ihren Füßen aus stetig aufwärts kroch, als wollte er die gefütterte Wollkleidung und ihre schweren Lederstiefel verspotten. Der Neuschnee des vergangenen Tages knirschte bei jeder leisen Bewegung unter ihren Füßen, doch ansonsten war die Nacht ebenso totenstill wie alle vorangegangenen. Seit sie Tharenstein verlassen hatten, war ihnen außer einigen versprengten Rehen und den allgegenwärtigen Krähen kein einziges Tier begegnet, Menschen hatten sie bereits vor ihrer Ankunft in der alten Wehrfestung seit Tagen nicht mehr gesehen. Die nördlichen Ausläufer des Reiches waren noch nie dicht besiedelt gewesen, doch hier und da deuteten verbrannte Ruinen oder verlassende Bauerndörfer darauf hin, dass es um Tharenstein nicht immer so still gewesen war. Einst hatte die Burg einem alten Ritter niederen Adels gehört, doch auch von ihm fehlte immer noch jede Spur.

Leandes stocherte gedankenversunken in der Glut ihres langsam herunterbrennenden Lagerfeuers herum und warf einen sehnsüchtigen Blick hinunter zum Lager, das am Fuße des Hügels aufgeschlagen worden war. Von ihrer erhöhten Wachposition aus konnten sie das Lager und die gesamte Umgebung im Auge behalten und so nahezu jeden Angreifer frühzeitig entdecken. Der volle Mond, der sich in der geschlossenen Schneedecke und auf den verschneiten Bäumen widerspiegelte, tauchte die gesamte Umgebung außerdem in ein bleiches Licht und vertrieb die Dunkelheit. „Es fühlt sich falsch an, meint Ihr nicht?“ Obwohl er kaum mehr als flüsterte, durchbrach Leandes‘ Stimme die nächtliche Stille wie ein Peitschenhieb. Taro und Riak schraken aus ihrem Dämmerzustand hoch und blickten ihn fragend an. Nach einigen Augenblicken war es der breitschultrige Axtkämpfer Taro, der ihm antwortete: „Wie meinst Du das? Eine Wache fühlt sich an wie die andere. Kalt, still und völlig ereignislos.“ „Ja, aber all das hier – Leandes deutete mit einer langsamen Geste über die verschneite Landschaft – es passt nicht. Alles ist so seltsam friedlich. In einer Umgebung wie dieser sollte man mit einem Mädchen spazieren gehen, die Lichter der sicheren Stadt im Rücken und den Bauch voll Wein. Wir aber ziehen seit Tagen umher und suchen den Tod.“ Riak ließ ein kurzes Lachen vernehmen. „ Nun hör sich einer den Träumer an. Du bist und bleibst ein weicher Südländer, Leandes! Zu deinem Mädchen kommst du noch früh genug und den Tod haben wir in den letzten Tagen oft genug gesehen. Hier lebt nichts mehr und genau deshalb wird der Turmlord schon morgen die Rückkehr nach Tharenstein anordnen. Von dort aus ist es nur noch eine Woche bis Dämmertal wo sichere Mauern, süßer Wein und Lady Valyras Schankmädchen auf uns warten.“ Taro nickte zustimmend, nahm einen tiefen Schluck aus seinem Wasserschlauch und begann das silberbeschlagene Signalhorn zu polieren, mit dem sie im Notfall das Lager wecken sollten. „Ich wünschte nur diese Wache würde endlich zu Ende gehen. Es ist schweinekalt hier oben und außerdem sterbenslangweilig.“ So ging es noch eine Weile hin und her und während Riak und Taro sich abwechselnd über die Kälte beschwerten und dann wieder aufzählten, was sie nach ihrer Rückkehr nach Dämmertal so alles anstellen würden. Das meiste davon klang ebenso unanständig wie unrealistisch, so dass Leandes das Gespräch irgendwann ignorierte und sich wieder der Glut ihres Feuers zuwandte. Der rote Schein und die knisternden Funken zogen seine Blicke fast magisch an und nach einer Weile spürte er, wie ihm langsam die Augenlider schwer wurden.

Woher der plötzliche Laut gekommen war, konnte er nicht sagen. Er war nicht einmal sicher, ob er wirklich etwas gehört hatte, aber aus irgendeinem Grund, den er selbst nicht mehr genau benennen konnte schrak er aus seinem Dämmerschlaf und blickte sich hektisch in der Dunkelheit um. Riak und Taro saßen zusammengesunken auf ihren Plätzen um das heruntergebrannte Feuer, ganz offensichtlich waren auch sie nach einiger Zeit eingeschlafen. „Eine feine Nachtwache sind wir!“ schalt sich Leandes in Gedanken. „Man könnte das ganze Lager klauen und wir würden es als letzte bemerken…“ Es war höchste Zeit einen Kontrollgang um den Wachhügel zu machen, schließlich hatte er keine Ahnung wie lange sie inzwischen geschlafen hatten. Sachte spannte er die Muskeln in seinen eingeschlafenen Beinen an, doch als er versuchte mit den Füßen aufzustampfen und so die Kälte aus seinen Knochen zu vertreiben, spürte er, wie sie ihm den Dienst verweigerten. Egal wie sehr er sich bemühte, es war ihm unmöglich, Füße vom Boden zu heben. Angsterfüllt griff er mit beiden Händen nach seinem rechten Oberschenkel und versuchte das Bein anzuheben, doch seine Bemühungen waren hoffnungslos. Als wären sie in einem Schraubstock eingespannt war es ihm unmöglich seine Beine auch nur einen Zoll weit zu bewegen. Von aufkeimender Panik erfüllt rief er die Namen seiner beiden Kameraden, doch kein Laut durchbrach die Stille der Nacht und so sehr er sich auch bemühte, seine Schreie blieben stumm. Wie ein gehetztes Tier blickte er sich hilfesuchend auf dem Hügel um und erst jetzt bemerkte er den Nebel. In dicken Schwaden umfloss er den Hügel und kroch langsam auf die drei Soldaten zu, die in völliger Stille um das niedergebrannte Feuer herumsaßen. Noch vor einigen Stunden hätte er diesen Gedanken als Spinnerei abgetan, doch in diesem Moment war ihm eine Tatsache vollständig klar: Wenn der Nebel sie erreichte mussten sie sterben.

Während die weiße Wand sich langsam immer weiter auf ihn zuschob, ergriff er vom Mut der Verzweiflung angetrieben den Stock, der immer noch neben ihm auf dem Boden lag und versuchte damit, das Signalhorn zu erreichen, das Taro aus der Hand gefallen war und nun vor ihm am Boden lag. Ein ums andere Mal erreichte er das silberbeschlagene Instrument, doch so sehr er sich auch streckte, es gelang ihm nicht, das Horn zu sich heranzuziehen. Immer weiter streckte er sich, bis er schließlich das Gleichgewicht verlor und zu Boden stürzte. Auch jetzt bewegte sich keiner seiner Füße auch nur ein kleines Stück und Leandes spürte, wie seine Gelenke in ihren Verankerungen aufschrien. Gerade versuchte er sich wieder aufzurichten, da erreichte der erste Nebelfetzen seinen Waffenbruder Riak. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der breitschultrige Speerträger sich trotz Leandes‘ verzweifeltem Kampf keinen Millimeter bewegt, doch nun lief ein Schaudern durch seinen Körper und als er schließlich den Kopf hob, leuchteten seine Augen in einem fahlen Licht, das endgültig jede Hoffnung in Leandes verbrannte. Wenige Augenblicke später wurde Taro von der weißen Masse eingehüllt und das letzte was Leandes von ihm sah, waren zwei leuchtende Punkte, die sich langsam in der Dunkelheit entfernten. Kurz bevor der Nebel ihn ebenfalls einhüllte, erblickte Leands hinter dem weißen Schleier eine Gestalt in blutroten Roben, die ihn aus eisblauen Augen musterte. Für einen Moment glaubte er ein hohles Kichern zu hören, dann legte sich die Dunkelheit über ihn. Das letzte Bild, das er vor sich sah, zeigte ihm noch einmal den Schankraum von Lady Valyras Taverne, dann verbrannte die Finsternis seinen Geist.

Und so sieht mein Material aus:

Lagerbestand Untote

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